Kältefront – ist der gelieferte Wein gut?

Stabile Klimawerte sind Trumpf

Blühten Mitte Januar an vielen Orten in Deutschland bereits die Schneeglöckchen, so ereilte uns eine wochenlange Kältewelle, die jetzt hoffentlich vorbei ist. Viele werden dennoch Wein bestellt haben, der bereits geliefert wurde. Wer wenigstens etwas von Fach ist, der weiß, dass Wein bei falscher Lagerung und damit auch einem falschen Transport Schaden nehmen kann. Wegen dem enthaltenen Alkohol würde er erst ab -4 oder -5° Celsius wirklich frieren. Dennoch sind starke Temperaturschwankungen und zu kühle oder zu warme Temperaturen Gift für den Wein. Bei einem schnellen Versand wären die Einflüsse auf den Wein natürlich geringer, als wenn die Flaschen ständig gerüttelt werden und die Temperatur stark schwankt.

Hat der gelieferte Wein Schaden genommen, oder nicht? In den allermeisten Fällen wird der trinkreife Wein gar keinen oder einen unmerklichen Schaden erlitten haben. Auch in den Logistkhallen oder den Postfahrzeugen wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht frieren. Die Temperaturen können dennoch unter 8° Celsius fallen, ein guter Rotwein könnte bereits leiden.

Wird der kritische Temperaturbereich nur kurz erreicht, dann kann er dem Wein nicht sehr lange schaden. Wenn der Wein aber wirklich kurz vor dem frieren ist, dann kommt es auch dann zu Ausfällen und Trübungen vom Wein. Es setzt sich zudem Weinstein ab, womit der Wein Säure verliert. Aber auch andere Prozesse finden statt und mindern die Qualität. Wäre der Wein komplett gefroren, dann platzt glatt die Flasche. Viele Weinhändler mit Versand übertragen den Kunden das Lieferrisiko. Es ist vielleicht der Glasbruch, nicht aber die Qualitätsminderung durch die Lieferung versichert.

Junge Weißweine mögen es kühler, herbe Rotweine vertragen es bei der Lagerung auch etwas wärmer. Verallgemeinert kann eine Lagertemperatur von 10 bis 18° Celsius empfohlen werden. Wer die Möglichkeit hat, der kann seine Weine in zwei getrennt stehende Weinregale sortieren: Das eine Weinregal steht etwas kühler und ist für Weißwein. Im anderen Weinregal lagern die Rotweine. Aber für beide Weinregale ist wichtig, dass kein Sonnenlicht einfällt, die Temperaturen von Tag zu Nacht nicht stark schwanken und die relative Luftfeuchtigkeit möglichst bei 60 bis 70% liegt. Das Weinregal darf auch nicht neben dem Schrank mit Schutzmitteln für Holz, anderen chemischen oder auch arbeitenden Substanzen stehen.

Ist das für den normalen Weintrinker, der nicht lange lagert, überhaupt wichtig? Solange nicht bei Tieffrost oder in einer Hitzefront bestellt wird, kann man seinen Wein das ganze Jahr über bedenkenlos bestellen. Wird dieser nicht lange lagern, dann kann er auch in einem Weinregal im Wohnzimmer oder Flur lagern, solange es keine direkte Sonneneinstrahlung gibt. Der normale Weintrinker braucht keine großen Weinmengen lagern und sich damit um solche Aspekte weniger Gedanken machen. Wer hingegen als Weinkenner teuren Wein und zugleich über längere Zeit lagert, der soll sich über diese Details Gedanken machen. Wer seinen Wein lange falsch lagert, der kippt ihn sonst in den Ausguss.

Quelle: https://www.wein.de/de/deutsche-weine/weinkauf-pflege/eiswein-was-tun-wenn-die-weinlieferung-gefroren-ist/

https://www.nzz.ch/gesellschaft/lebensart/genuss/wein_temperaturen_kaelte-1.18440332

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