Wein trinken für die Zahngesundheit

Antibakterielle Wirkung mindert Zahnbelag

Zahnbelag oder auch Karies zwingen uns zum ständigen Putzen der Zähne, dennoch wird dem Zahnarzt nie langweilig. Ein gelegentlicher Schluck Wein kann das Entstehen von Zahnbelag und möglicherweise anderer Probleme an den Zähnen mindern. Wein hat eine antibakterielle Wirkung, das war bereits bekannt. Nun haben Forscher aus Spanien und der Schweiz untersucht, in wie weit diese antibakterielle Wirkung auch im Mundraum eintritt. Dabei haben sie jedoch nicht allein Weißwein und Rotwein, sondern auch alkoholfreien Wein und Weinextrakte untersucht. Rotwein tötet die Bakterien nur etwas besser als Weißwein ab. Die gewonnenen Weinextrakte sind jedoch signifikant stärker, als der eigentliche Wein. Dieser enthält Säure, die wiederum die Zähne angreift. Direkt nach dem Konsum säurehaltiger Speisen oder Getränke sollte man deswegen nicht die Zähne putzen, da diese nun besonders empfindlich reagieren und durch die Zahnbürste Schaden nehmen können.

Die Forscher wollten es genauer wissen und haben verschiedene Säuren extrahiert und sich die Inhaltsstoffe vom Wein genauer angesehen. Verschiedene Verbindungen wie Säuren, die Phenole oder Tanine haben eine antibakterielle Wirkung, so der vorherige Wissensstand. Zwischen den einzelnen Stoffen aus diesen Gruppen kann es dennoch sehr große Unterschiede geben.

Vielfach wird erklärt, dass vor der Bettruhe auch ein Stück dunkle Schokolade oder ein Stück Käse die Zähne gesund hält. Es ist viel Kalzium enthalten, welcher für die Zähne wertvoll ist. Gerade Käse und Wein ergänzen sich sehr gut. Mit dem letzten Schluck Wein wäre ein Stück Käse für die Zähne damit ebenfalls gesund? Es ist auf jeden Fall besser, als noch zuckerhaltige Lebensmittel zu verzehren, die sich mit trockenen Weinen ohnehin schneiden.

In jedem Fall bleibt es interessant den Wein als uraltes Kulturgetränk wissenschaftlich zu untersuchen. Wenn einzelne Inhaltsstoffe für unsere Gesundheit unabhängig zum Alkohol hohes Potenzial entfalten, dann wäre deren Isolation und Gewinnung sinnvoll. Möglicherweise hat künftige Zahnpasta als Inhaltsstoff ein Weinextrakt, welcher die Bakterien im Mundraum schonend abtötet und somit der Zahnarzt doch einmal wieder Freizeit hat?

Auch in anderen Bereichen wäre eine antibakterielle Wirkung von Weinextrakten interessant. Krankenhauskeime sind das Stichwort: Aufgrund der umfangreichen chemischen Desinfektionsmaßnahmen in Krankenhäusern werden Keime resistent, womit betroffene Patienten nicht mehr effektiv behandelt werden können. Es müssen Alternativen gefunden werden, an die sich die Bakterien nicht mehr anpassen können. Wenn hier kein Seegen im Wein liegt, wo dann?

Wer die positiven Effekte vom Wein für sich entdecken möchte, ohne ständig seine Weinregale zu plündern, der kann im Herbst Weintrauben essen und ganz allgemein Traubenkerne verwenden. Diese scheinen auch für die antibakteriellen Effekte eine Schlüsselrolle zu spielen, womit die Zahngesundheit profitiert. Die Traubenkerne wären deswegen vermutlich zu kauen, sie sind nicht jedermanns Geschmack. Ein guter Wein aus dem gepflegten Weinregal bleibt aus diesem Aspekt die bessere Wahl.

Quelle:
https://allscienceglobe.com/5651-wine-kills-germs-on-contact.html
https://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/jf501768p
https://flexikon.doccheck.com/de/Fusobacterium_nucleatum
https://en.wikipedia.org/wiki/Streptococcus_oralis

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